Leipzig: Farken und Storl glänzen mit DHM-Titeln

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Tickets für die 66. Deutschen Hallenmeisterschaften der Leichtathleten gab es bereits vor zwei Wochen nicht mehr. Die Arena Leipzig war an beiden Wettkampftagen (16./17. Februar 2019) mit 3.500 Zuschauern ausverkauft. Und das Publikum bekam tolle Wettkämpfe zu sehen. Neben den nationalen Hallentiteln ging es auch um die Normerfüllung für die Hallen-EM in knapp zwei Wochen in Glasgow. Mit Robert Farken (800-Meter-Gold) und David Storl (7. Deutscher Hallenmeistertitel) durften sich bei ihrem Heimspiel zwei Athleten des SC DHfK Leipzig in die Siegerliste eintragen.

Der Dank an eine fantastische Kulisse: Kugelstoßer David Storl wurde zum siebten Mal Deutscher Hallenmeister und genoss die Stimmung in der heimischen Arena. Foto: SC DHfK Leipzig

"Wenn keiner nach vorne geht, dann mache ich das." Robert Farken holte über die 800 Meter einen souveränen Start-Ziel-Sieg. Foto: SC DHfK Leipzig

Kugelstoßen: David Storl setzt Ausrufezeichen und sichert sich DHM-Titel
Ein kurzer Schrei. Die Augen auf die Kugel gerichtet. David Storl ballt seine Faust. Dann ein kurzes, fast unmerkliches Nicken in Richtung Bande. Er und sein Trainer Wilko Schaa wissen: Das war ein guter Versuch. 21,32 Meter. Storls bester in dieser Saison. Und gleichzeitig die Siegesweite bei den 66. Deutschen Hallenmeisterschaften. Ein gelungenes Heimspiel. „Es hat richtig Spaß gemacht heute. Ein sehr guter Wettkampf“, sagte Storl nach seinem Sieg. Was ihn vor allem zufrieden stimmte, war die Stabilität seiner Versuche. Sechs Stöße – alle landeten jenseits der 20,80 Meter, vier Versuche sogar über der 21-Meter-Marke. "Jetzt kann es nach Glasgow gehen", spielt Storl auf die in zwei Wochen stattfindende Hallen-EM an. Hinter David Storl holten Tobias Dahm (VfL Sindelfingen I 19,42 m) und Christian Zimmermann (Kirchheimer SC I 19,39 m) Silber und Bronze.

Auch Storls Clubkamerad Dennis Lewke zeigte in der Leipziger Arena eine ansprechende Leistung. Mit sechs gültigen Versuchen zeigt die Formkurve des 26-Jährigen nach oben. Gleich vier Weiten landeten über 19 Metern. Lewke zeigte seinen konstantesten Wettkampf in der Hallensaison. Am Ende sprang mit 19,18 m ein ordentlicher vierter Platz heraus.

In den nächsten vierzehn Tagen geht es für die starken Männer ins Trainingslager nach Lanzarote. Neben Storl und Lewke sowie Trainer Wilko Schaa wird auch endlich Patrick Müller zur Gruppe stoßen. Damit komplettiert er das Mitteldeutsche Kugelstoßteam des SC DHfK Leipzig. Bisher trainierte Müller in Kienbaum, da er seine Ausbildung bei der Bundespolizei absolvierte. Diese hat er in dieser Woche erfolgreich abgeschlossen.

800 m: Robert Farken läuft zu Heim-Gold
Er wollte den Titel in der heimischen Arena Leipzig holen und hat seine Ankündigung wahr gemacht. 800-Meter-Läufer Robert Farken kam aus dem Strahlen nicht mehr heraus. Nach dem lockeren Halbfinallauf am Vortag zeigte der Schützling von Bundestrainer Thomas Dreißigacker ein taktisch klug geführtes Rennen. Über den ganzen Rennverlauf hielt sich der DHM-Titelträger des Jahre 2017 an der Spitze des Feldes auf und ließ nichts anbrennen. In 1:49,60 min lief er souverän zu seinem zweiten deutschen Hallenmeistertitel. Dahinter holten Christoph Kessler (LG Region Karlsruhe I 1:49,70 min) und Jan Riedel (Dresdner SC I 1:50,09 min) Silber und Bronze.

Ein sichtlich zufriedener Robert Farken fand nach dem Rennen die passenden Worte: "Das war eine großartige Stimmung hier in Leipzig. Ich habe mich gut gefühlt und deshalb das Feld angeführt. Der Sieg heute war wichtig. Die nächsten Aufgaben stehen mit dem Indoor-Meeting in Düsseldorf sowie der Hallen-EM in Glasgow vor der Tür. Da möchte ich mit weiteren guten Leistungen überzeugen."

Für Farkens Trainingspartner Conrad Kieselberger war die Teilnahme an der Hallen-DM eine Belohnung für seine guten Leistungen in den vergangenen Wochen. Über die Mitteldeutschen Hallenmeisterschaften in Erfurt qualifzierte sich Kieselberger für das Heimspiel in der Arena Leipzig. Im Halbfinallauf mit dem späteren DHM-Vize Christoph Kessler wurde der Athlet vom Trainerduo Dreißigacker/Fleckenstein mit 1:53,95 min guter Fünfter.

60 m Hürden (Männer): Martin Vogel kämpft sich auf Rang 4
Für Hürdensprinter Martin Vogel war die Zielstellung bei seinem Heimspiel klar gesteckt. Der Neuzugang des SC DHfK Leipzig wollte die Norm (DLV: 7,70 Sekunden) für die Hallen-EM in Glasgow knacken. Im Vorlauf zog Vogel in 8,01 sec in den Endlauf ein. Doch bereits zu diesem Zeitpunkt zeichnete sich ab, dass Schmerzen im Fuß den Traum von der EM-Norm schwer realisierbar machen würden.

Im Finale zog der Schützling von Hürdenbundestrainer Jan May noch einmal alle Register. Vogel steigerte seine Vorlaufzeit und wurde in 7,87 Sekunden starker Vierter. „Ich habe heute auf die Zähne gebissen und alles versucht, die EM-Norm zu knacken. Unter normalen Umständen wäre die Qualifikation für Glasgow drin gewesen.“

Den Sieg sicherte sich Vogels Trainingskamerad Gregor Traber (LAV Stadtwerke Tübingen) mit Saisonbestleistung in 7,62 Sekunden. Dahinter belegten Erik Balnuweit (TV Wattenscheid 01 | 7,71 sec) und Luke Campbell (LG Eintracht Frankfurt | 7,81 sec) die Plätze zwei und drei.

200 m: Felix Straub mit neuer Bestzeit ins Finale
Neues Jahr, neues Glück - unter diesem Motto dürfte der Saisoneinstieg für 200-Meter-Läufer Felix Straub stehen. Nach einer von Verletzungen geprägten Vorsaison ist der Sportsoldat zurück auf der Bahn und zeigt ansprechende Leistungen. Im Vorlauf über 200 m gelang mit 21,39 sec eine neue persönliche Bestleistung. Im Finale belegte der 22-Jährige mit 21,50 sec einen guten sechsten Platz. "Ich ärgere mich über den Vorlauf. Dort bin ich nach dem Start ins Straucheln gekommen. Von der Zeit her wäre da mehr drin gewesen. Nach dem vergangenen Jahr bin ich mit dem Auftritt heute zufrieden", äußerte sich Straub nach dem Finallauf.

Den Titel sicherte sich Patrick Domogala (MTG Mannheim) in 20,77 sec und neuer Bestleistung. Dahinter liefen Maurice Huke (TV Wattenscheid 01 | 20,86 sec) und Tobias Lange (TSV Bayer 04 Leverkusen | 21,07 sec) zu Silber und Bronze.

60 m Hürden (Frauen): Ann-Cathrin Vogl mit Persönlicher Bestzeit
Ihr Physikum hat die angehende Medizinerin Ann-Cathrin Vogl erfolgreich hinter sich gebracht. Nun soll der Fokus wieder verstärkt auf dem Sport liegen. Als einzige weibliche Starterin im Team des SC DHfK qualifizierte sich Vogl für die Hallen-DM.

In einem starken Teilnehmerfeld durfte sich die Studentin im Vorlauf u.a. mit Pamela Dutkiewicz messen. Mit 8,53 Sekunden sprang für Vogl ein beachtlicher vierter Platz im Halbfinale heraus. Kleines Trostpflaster dürfte dabei die neue persönliche Bestleistung sein.

Im Finale über 60 m Hürden der Frauen triumphierte Pamela Dutkiewictz (TV Wattenscheid 01) mit 7,90 Sekunden vor Cindy Roleder (SV Halle | 8,00 sec) und Louisa Grauvogel (TSV Bayer 04 Leverkusen | 8,16 sec).

60 m: Roy Schmidt hadert mit Verletzung
Manchmal gibt es so Tage im Leben eines Sportlers, da steckt man im Körper nicht drin. So ähnlich ist es Sprintass Roy Schmidt im Kurzsprint über 60 m ergangen. Bereits nach dem Probestart zum Halbfinallauf kämpfte der Athlet von Trainer Ronald Stein mit leichten Krämpfen. Das Rennen selbst verlief dann mit einer Zeit von 6,75 sec eher suboptimal. Aber der 27-jährige Polizeimeister denkt positiv und zeigt sich in den sozialen Medien kämpferisch. "Mund abwischen; weitermachen", ist dort zu lesen. Für Schmidt ist die Hallensaison mit dem Auftritt in Leipzig beendet. Der Fokus liegt nun auf der Vorbereitung für die Freiluftsaison. Das nächste große Ziel? Die Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften im August 2019 in Berlin.

Im Halbfinale war auch für Ole Werner Endstation. Mit 6,88 Sekunden wurde er auf Bahn 5 laufend am Ende Fünfter in seinem Vorlauf, welchen Kevin Kranz mit neuer persönlicher Bestzeit (6,58 sec) für sich entschied.

Jener Kevin Kranz siegte am Ende auch im Finale der 60 Meter. In 6,59 Sekunden sicherte er sich vor Michael Pohl (Sprintteam Wetzlar | 6,67 sec) den ersten Platz. Dahinter holte Michael Bryan (LC Rehlingen) in 6,68 Sekunden Bronze.

3.000 m: Felix Rüger beißt sich durch
Der Endlauf über 3.000 Meter lief Felix Rüger nicht optimal. Der Mittelstreckler verspürte bereits vor dem Start leichte gesundheitliche Probleme. Dies machte sich im Laufe des Rennens bemerkbar. Am Ende des Feldes drehte Rüger einsam seine Runden. In der Endabrechnung kämpfte sich Rüger auf Rang zwölf und beendete das Rennen, getragen von der tollen Stimmung in der Arena, in 8:35,16 min.
Den Sieg machten unterdessen zwei Athleten der LG Eintracht Frankfurt unter sich aus. In 7:49,16 min gewann Sam Parsons von seinem Vereinskameraden Amos Bartelsmeyer (7:49,47 min). Knapp dahinter lief Florian Orth (LG Telis Finanz Regensburg) in 7:49,48 min als Dritter über die Ziellinie.

Alle Ergebnisse der 66. Deutschen Leichtathletik Hallenmeisterschaften finden Sie hier.

Der SC DHfK Leipzig und die Abteilung Leichtathletikzentrum gratulerien Robert Farken und David Storl sowie ihren Trainerteams zu den DHM-Titeln. Ebenfalls gratulieren wir allen Athleten zu ihren persönlichen Bestleistungen und ihren Leistungen bei der Hallen-DM in Leipzig. (th)