Nürnberg: DM-Titel für Kugelstoßer Storl I Silber für Sprintstaffel I Positives Fazit für den SC DHfK in Nürnberg

Leichtathletikzentrum

Mit einem durchaus positiven Fazit kehren die Verantwortlichen und Athleten des SC DHfK Leichtathletikzentrums von den diesjährigen Deutschen Meisterschaften in Nürnberg (20. bis 22. Juli 2018) zurück. Neben dem erwarteten Einzeltitel von Kugelstoßer David Storl, holte die Sprintstaffel mit Roy Schmidt, Marvin Schulte, Niels Torben Giese und Ole Werner sensationell Silber über die 4 x 100 Meter. Auch die Juniorenstaffel der U20 trug zum tollen Abschneiden der Grün-Weißen bei. Die 3 x 1.000 Meter Staffel schrammte knapp an einer Medaille vorbei. Mit weiteren Finalteilnahmen im Speerwurf (Winkler und Klem) sowie auf der Mittel- bzw. Langstrecke (Klein und Rüger) und in den Sprintdisziplinen (Schmidt und John) wurden gute Ergebnisse erzielt.

Er kam, stieß und siegte: David Storl (m.) sorgte bereits im ersten Versuch mit 21,26 m für klare Verhältnisse (Foto: Jan Kaefer)

Das Club-Quartett mit Niels Torben Giese, Marvin Schulte, Roy Schmidt und Ole Werner (v.l.n.r.) sicherte sich Staffelsilber hinter den Männern von Wattenscheid 01 (Foto: R. Hecking)

Lenny Baum und Conrad Kieselberger (rechts) beim ersten Wechsel über 3 x 1.000 Meter - Am Ende wird das Trio mit Lenny Baum, Conrad Kieselberger und Tim Erdmann knapp Vierter (Foto: R. Hecking)

Speerwerfer Roman Klem steigert sich auf 76,25 m und wird in einem starken Werferfeld Fünfter (Foto: R. Hecking)

Felix Rüger (2.v.r.) darf sich über ein geglücktes DM-Debüt über 5.000 Meter freuen und wir am Ende Siebter (Foto: R. Hecking)

Die Delegation des SC DHfK Leipzig in Nürnberg (Foto: R. Hecking)

Kugelstoßer David Storl bleibt das Maß der Dinge
Er bleibt im achten Jahr in Folge die unangefochtene Nummer eins der Kugelstoßer in Deutschland. Nicht mal 24 Stunden nach seinem Auftritt bei der Diamond League im Herzogtum Monaco, sicherte sich David Storl mit 21,26 m im ersten Versuch erneut den Titel des deutschen Meisters im Kugelstoßen.
Die nationale Konkurrenz biss sich im Wettstreit um die Normerfüllung für die Leichtathletik-EM an der 20-Meter-Marke die Zähne aus. Mit Weiten über 19 Meter zeigten Patrick Müller (SC Neubrandenburg) und Tobias Dahm (VfL Sindelfingen), dass eine Steigerung um einen Meter realistisch ist. Für Müller sprang mit 19,49 m Silber und für Dahm mit 19,38 m Bronze heraus. Mit Blick auf die Entwicklung im deutschen Lager zeigte sich der Familienvater gegenüber der Leipziger Internetzeitung optimistisch: „Es ist ein bisschen traurig, dass die Konkurrenz es noch nicht ganz so auf die Reihe kriegt. Aber ich glaube, dass die Jungs auf einem guten Weg sind. Sie haben sich im Bereich von 19 bis 19,50 Meter gut stabilisiert. Vielleicht platzt irgendwann der Knoten und es kommt das Fünkchen Glück dazu, dass da auch wieder zwei, drei Leute über 20 Meter stoßen.“

Junge Sprintstaffel fliegt zu Silber
Mit seinen 26 Jahren gehört Sprinter Roy Schmidt bereits zu den alten Hasen im Geschäft. Der Schützling von Trainer Ronald Stein führte die junge Sprintstaffel des SC DHfK Leipzig, bestehend aus Ole Werner, Niels Torben Giese, Roy Schmidt und Marvin Schulte, souverän zur Silbermedaille. Als Kurvenläufer übergab der gebürtige Thüringer den Stab an Marvin Schulte. Der 19-Jährige, frisch mit Staffelbronze von der U20-WM in Finnland heimgekehrt, lief das Rennen sicher nach Hause und verhinderte so einen Doppelerfolg der Staffeln aus Wattenscheid. Mit neuer Saisonbestleistung von 39,47 Sekunden blieb das Quartett knapp vor der zweiten Staffel des TV Wattenscheid 01 (39,78 sec I Fiener, Ugo, Kusenkow, Balnutweit). Den Sieg sicherte sich die TV Wattenscheid 01 I (Trutenat, Erewa, Huke, Hering) mit neuem Meetingrekord in 38,79 Sekunden.

Sprinter Roy Schmidt mit Finalplatz 5
Wenn er auf den aktuellen Saisonverlauf zurückblickt, dann spricht man mit einem zufriedenen Roy Schmidt: "Das Potenzial für eine Medaille über 100 Meter war mehr als da. Aber es war eine komplizierte Saison, in welcher ich seit Weinheim noch die Kurve bekommen habe. Der fünfte Platz geht somit durchaus in Ordnung."
Im Finale konnte Schmidt seine direkten Konkurrenten Menga und Hering (10,47 sec) um einen EM-Staffelplatz hinter sich lassen. Zwar kam er mit Aleixo Platini Menga in 10,42 Sekunden zeitgleich ins Ziel. Auf dem Zielfoto war jedoch deutlich zu erkennen, dass sich der Leipziger quasi mit der Nasenspitze vor seinem Kontrahenten durchsetzte.
Trainingskamerad und U20-WM-Teilnehmer Marvin Schulte belegte im Zwischenlauf mit 10,56 Sekunden den 14. Platz. Den Sieg holte sich überraschend der Wetzlarer Kevin Krantz (10,28 sec) vor Seriensieger Julian Reus (LAC Erfurt I 10,32 sec). Bronze ging an Lucas Jakubczyk (SSC Berlin I 10,37 sec).

Hürdensprinter Alexander John hofft nach Finalplatz 5 auf EM-Nominierung
Die Normerfüllung war Hürdensprinter Alexander John vom SC DHfK Leipzig vor einer knappen Woche bei den Chrono Classics Weinheim gelungen. In Nürnberg wollte er seine Leistung vom Saisoneinstieg nochmals bestätigen und auf den EM-Zug aufspringen.
Am Ende stand für den Sportsoldaten ein solider fünfter Platz in 13,88 Sekunden auf der Habenseite. "Ich kam nicht ins Rennen rein. Mir fehlen einfach noch mehr Rennen auf hohem Niveau, und da wird es echt schwierig, in so einem Feld zu bestehen. Das ist auch mit Routine und Alter nicht wettzumachen. Ich muss erst wieder in mein Rennmuster kommen, in dem ich mich wohlfühle. Aber es macht ja keinen Sinn zu sagen, ich lasse die Deutschen Meisterschaften weg.“, analysierte der 32-Jährige gegenüber der Leipziger Internetzeitung die Leistung in Nürnberg. Ob die Normerfüllung aus Weinheim für die EM-Nominierung ausreicht wird sich zeigen.
Sicher mit nach Berlin fahren werden Sieger Gregor Traber (LAV Stadtwerke Tübingen I 13,37 sec) und der Zweitplatzierte Erik Balnuweit (TV Wattenscheid 01 I 13,52 sec). Bronze sicherte sich Maximilian Bayer (MTV 1881 Ingolstadt) in 13,77 Sekunden. Am Montag, 23. Juli 2018, fallen die Entscheidungen, welche Athleten die Heim-EM in Berlin für das DLV-Team bestreiten dürfen.

Annika Niedermayer schnuppert bei den Großen rein
Sie war das Küken über die 100 Meter Hürden der Frauen und hat die Zukunft noch vor sich. "Ich komme direkt aus einer Trainingswoche, weil ich nächste Woche in Rostock (U18/U20-DM) laufe. Es war eine Ehre, hier neben meinen Idolen laufen zu dürfen. Das war echt ein Kick – alleine schon mit den ganzen Profis auf dem Aufwärmplatz zu sein, hat Spaß gemacht. Da will man selbst am Ball bleiben, um auch mal so zu werden wie die.“, sprach ein sichtlich begeisterte Annika Niedemayer von ihren Erlebissen in Nürnberg. 
Mit der Erfahrung aus dem Vorlauf, in welchem sie mit 14,04 Sekunden am Ende Platz 13 belegte, darf man auf eine gute Leistung für die DJM in Rostock rechnen.
Deutsche Meisterin wurde erneut Pamela Dutkiewicz (12,69 sec) mit Meisterschaftsrekord. Die Mitfavoritin und langjährige Leipzigerin Cindy Roler (SV Halle) wurde im Vorlauf auf Grund eines Fehlstartes disqualifiziert. Hinter Dutkiewicz holte Ricarda Lobe (MTG Mannheim I 13,06 sec) Silber und Franziska Hofmann (LAC Erdgas Chemnitz I 13,10 sec) Bronze.

Felix Rüger feiert gelungenes DM-Debüt über 5.000 Meter
Als ob zwei Herzen in seiner Brust schlagen würden, hatte Mittelstreckler Felix Rüger sowohl für den Lauf über 1.500 Meter als auch über 5.000 Meter gemeldet. Spontanität ist bekanntlich alles, deshalb hatten Rüger und sein Trainerteam sich für beide Strecken entschieden, um am Ende die neue Lieblingsdistanz anzugehen.
Es sollte sich ein entspanntes Renntempo entwickeln, wie Rüger zu berichten weiß: "Wir wussten vorher nicht, wie das Rennen laufen würde. Ich hatte einen schnellen Lauf vermutet, die Favoriten entschieden sich jedoch, das Tempo gemütlich anzugehen." Diese Entwicklung spielte dem DM-Debütanten über 5.000 Meter in die Karten. So konnte er sich lange am Ende des 21er Feldes aufhalten und beobachten, was sich vor ihm abspielte. Ab Kilometer vier ging Rügers Taktik vollends auf. Der 24-Jährige lief dank seiner starken Schlussrunde bis auf Rang sieben vor und überquerte in 14:21,50 Minuten die Ziellinie.
"Unsere Taktik ist heute aufgegangen. Das Ergebnis für den zweiten Lauf über diese Distanz kann sich sehen lassen." zeigte sich Felix Rüger zufrieden. Nun geht es für den Studenten ins abschließende Trainingslager nach Kühtai (Tirol), um im Anschluss die Saison ausklingen zu lassen.
Den 5.000 Meter-Lauf entschied Sebastian Hendel (LG Vogtland) in 14:16,54 Minunten. Dahinter belegten Florian Orth (LG Telis Finanz Regensburg I 14:16,89 sec) und Amanal Petros (SV Brackwede I 14:16,96 sec) die Plätze zwei und drei.

Julia Klein läuft über 1.500 Meter ins Finale und wird Neunte
Am Vortag lief Mittelstrecklerin Julia Klein in 4:27,73 min als Elfte ins Finale über 1.500 Meter. Am Finaltag lief es alles andere als gut bei der Studentin. Bereits vor dem Lauf hatte sie mit Kreislaufproblemen zu kämpfen und konnte so nicht voll angreifen. "Mit dem Finaleinzug habe ich zwar das Minimalziel erreicht. Enttäuscht bin ich aber schon, dass ich heute mein Leistungspotenzial nicht abrufen konnte.", reflektierte Klein nach dem Lauf. Auf Grund ihrer Kreislaufprobleme musste sie noch notärztlich behandelt werden.
In den nächsten Wochen geht es für die deutsche U23-Meisterin in die heiße Klausurphase. Wie für den Moment sportlich weitergeht, wird sich zeigen. Für diesen Samstag, 28. Juli 2018, ist ein Start in Belgien geplant.

Roman Klem wird in Weltklassefeld Fünfter
Das er gut in Form ist hatte Speerwerfer Roman Klem bei der U23-DM in Heilbronn Anfang Juli bewiesen. Mit einer Weite von 70,06 m holte er DM-Bronze und verpasste Silber um 98 Zentimeter. Bei der Weitenjagd der drei Ausnahmespeerwerfer Hofmann, Röhler und Vetter war die Frage, ob sich Klem einen vorderen Platz unter den Top fünf erkämpfen kann. 
Er konnte. Gleich im ersten Versuch landete der Speer bei 76,25 Meter. Das bedeutete nicht nur neue persönliche Bestweite, sondern in der Endabrechnung Platz fünf. Zur nächsten Marke, den 80 Metern, fehlen aktuell noch rund vier Meter. Aber der Schützling von Trainer Wolfgang Köhler wird alles daran setzten, dass auch diese Weite mittelfristig erreicht wird.
Den Titel des Deutschen Meisters sicherte sich unterdessen Andreas Hofmann. Der Mann von der MTG Mannheim setzte sich mit 89,55 m vor Olympiasieger Thomas Röhler (LC Jena I 88,09 m) und Weltmeister Johannes Vetter (LG Offenburg I 87,83 m) durch. Auf Rang vier landete Julian Weber (USC Mainz) mit 84,62 m.

Angeschlagene Christine Winkler wird Sechste im Speerwurf
Wie hatten wir in der Vorberichterstattung formuliert? Richtig, ob Christine Winkler im Speerwurf um Bronze mitreden kann! Die Frage lässt sich leicht beantworten. Mit ihren 55,50 m Reisegepäck, wäre der dritte Platz drin gewesen. Doch seit dem Meeting in Jena, plagen die U23-Meisterin an Schulterproblemen. So erzielte eine angeschlagene Christine Winkler am Ende eine Weite von 51,60 m und wurde Sechste. Der Leipziger Internetzeitung sagte der Schützling von Trainer Wolfgang Köhler folgendes: „Theoretisch hätte ich Dritte werden können, was normalerweise auch geklappt hätte. Doch die Vorbereitung lief nicht optimal. Daher bin ich froh, überhaupt teilgenommen haben zu können. Die letzten Tage habe ich ein bisschen gekränkelt, und es schwierig, irgend etwas mit Schnellkraft zu machen. Seit Jena hatte ich Schulterschmerzen, konnte zwei Wochen lang den Speer nicht in die Hand nehmen. Im dritten Versuch fingen die Schulterschmerzen wieder an, den letzten Versuch habe ich dann gar nicht mehr gemacht.“
Den Sieg sicherte sich Christin Hussong vom LAZ Zweibrücken mit 63,54 m. Dahinter reihten sich Katharina Molitor (TSV Bayer 04 Leverkusen I 56,75 m) und Christin Kiffe (ASC Darmstadt I 54,45 m) mit Silber und Bronze ein.

Zwei Jugendstaffeln schaffen Einzug ins Finale
Mit drei Jugendstaffeln war der SC DHfK Leipzig nach Nürnberg gereist. Alle drei hatten gute Chancen, das Finale zu erreichen. Am Ende verpasste das Damenquartett mit Victoria Giehler, Jule Erdmann, Laura Winter und Jennifer Leipelt das Finale über die 4 x 100 Meter um wenige Hundertstel. Mit 3:59,08 Minuten liefen die Vier eine neue persönliche Bestzeit heraus und wurden im Vorlauf Neunte. Die vor den Leipzigerinnen liegende LG Berlin Nord sicherte sich in 3:58,39 min den achten und letzten Finalplatz.
Mehr Fortune hatten die beiden Juniorenstaffeln über die 3 x 1.000 Meter. Sowohl das Trio bestehend aus Lenny Baum, Conrad Kieselberger und Tim Erdmann (in 7:39,30 min) als auch die Dreierstaffel mit Kevin Oertel, Oliver Kreisel und Max Richter (in 7:43,76 min) schafften es in den Endlauf.
Das Finale hielt für beide Leipziger Staffeln neue Saisonbestleistungen parat. So liefen Baum, Kieselberger und Erdmann in 7:29,31 min nochmal ganze zehn Sekunden schneller als im Vorlauf und wurden starke Vierte. Das Trio um Oertel, Kreisel und Richter steigerte sich ebenfalls und belegte in 7:41,58 min den siebten Platz.
Den Sieg holte sich die StG LAC Erfurt (Körner, Rott, Rex) in 7:20,72 min vor der Staffel der LG Olympia Dortmund I (Feist, Mohumed, Schreml) in 7:21,21 min und dem Dresdner SC 1898 (Rehn, Härtig, Schmidt) in 7:25,11 min.

Robert Farken verzichtete gesundheitsbedingt auf Start
Als würde nicht schon genug Druck auf dem Deutschen Hallenmeister von 2017 liegen. Die DM in Nürnberg wäre für Robert Farken die letzte Chance gewesen, die Normerfüllung über 800 m anzugehen. Doch eine Angina beendete den Traum von der ersten Freiluftmedaille für den 20-Jährigen. Wir wünschen gute Besserung!

Alle Ergebnisse der 118. Deutschen Meisterschaften im Nürnberger Max-Morlock-Stadion finden Sie hier.

Der SC DHfK Leipzig und die Abteilung Leichtathletikzentrum gratulieren allen Athletinnen, Athleten sowie Trainerteams zu ihren Medaillen und Leistungen bei den 118. Deutschen Meisterschaften in Nürnberg! (th)